Premiere für die "Lustigen Weiber von Güssing"

Dieses Match geht eindeutig an die Frauen. Der Trunkenbold, Intrigant und Weiberheld Falstaff hat keine Chance gegen Frau Fluth und Frau Page, denen er in amouröser Gier nachstellt. "Die lustigen Weiber von Windsor" nehmen in der Güssinger Burgspiel-Version der Shakespeare-Komödie, die auf der Festwiese Premiere hatte, genüsslichst Rache.

Den über 400 Jahre alten Text von William Shakespeare peppt Regisseurin Sabine James mit heutigen Elementen auf: mit Musik, Tanz, Feuer-Jonglage. Die eingefügten Gesangseinlagen bewegen sich zwischen Schlager und Musical, ihren Rache-Beschluss verpacken die zwei lustigen Weiber in einen Rap in sicht- und hörbarer Falco-Manier. Einige Textpassagen werden in Mundart gesprochen.



James kann sich in ihrer Inszenierung vor allem auf eine überzeugende Damen-Riege verlassen. Gerda Sabara und Edith Fuchsbichler spielen die titelgebendenden Racheengel mit Begeisterung und großem Esprit. Barbara Graf-Brauneder als intrigante Frau Hurtig überzeugt mimisch und stimmlich. Ulrike Sattler-Pitzl in der Männer-Rolle des Dr. Cajus ist die komödiantische Entdeckung dieser Inszenierung, Petra Hrachovina spielt die umschwärmte Jungfer Anne mit anmutiger Grazie.

Die Männer gibt Shakespeare mit Genuss der Lächerlichkeit preis: den gefallenenen Möchtegern-Frauenhelden Falstaff (Christian Brauneder), den eifersüchtigen Ehemann Fluth (Arno Schützenhofer), den gutgläubigen Gatten Page (Georg Zawischa) oder den unbeholfenen Herrn Schmächtig (Thomas Gabriel).

"Was wär' das Leben ohne Triebe" heißt es in...
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Veröffentlicht von: Meinbezirk.at - Friday, 20 July
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